Mit einem Wisch zum Multimedia-Journalist

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Kameramann, Tontechniker, Interviewer und ein Haufen klobige Technikgeräte. Das war früher die Standard-Ausrüstung eines jeden Journalisten. Heutzutage kann das Smartphone viele dieser Funktionen übernehmen. Unzählige Apps sollen  den Berufsalltag erleichtern. Der Journalist wird damit zum Alleskönner,  im positiven  wie im negativen Sinn. 

 

 

7:30 Als erste Tageshandlung ruft unser Journalist „Fabian“ die App „Flipboard“ auf und schaut sich die wichtigen News an, die durch seine vorher bestimmten Prioritäten geordnet sind. Das Magazin sammelt  seine Nachrichten aus verschiedenen  Quellen und ordnet das Internet nach seinen persönlichen Vorlieben. Für Fabian sind das Politik und Wirtschaft, da er für eine große überregionale Qualitätszeitung Artikel für dieses Ressort schreibt. Er markiert und speichert einen Bericht per „Evernote“ über den heutigen Parteitag ab, von dem er zusammen mit seinem Smartphone berichten wird.

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Mit dem Ansteck-Mikrofon kann man
sehr leicht Interviews aufnehmen,
ohne auf großes Equipment angewiesen
zu sein.

7:50 Beim Durchlesen seines Twitter -Feeds fällt Fabian auf, dass ein wichtiger Politiker gerade in den sozialen Medien viel Kritik einstecken muss, aufgrund eines Interviews ,bei dem er fragwürdige Aussagen getätigt hat. Einige Posts auf Facebook über den Politiker speichert er ab, da er diese später in seinem Abschlussbericht verwenden will. Sein Handy zeigt ihm heute mehrere wichtige Termine an, die er zu erledigen hat. Er nutzt sein Mobiltelefon auch als Terminplaner, auch wenn er dadurch gefühlt mehr gestresst ist, wenn das Handy ständig vibriert.

8:00 Bevor die eigentliche Arbeit beginnt, nimmt Fabian noch zwei Batteriepacks für sein Handy mit. Er wird sie brauchen, länger als 10 Stunden halten selbst die besten Minitelefone bei dieser intensiven Nutzung nicht durch.

8:45 Der erste wichtige Termin für den heutigen Tag steht an, ein Interview mit dem Parteivorsitzenden. Mithilfe eines kleinen Mikrofons an seinem Handy und der Aufnahmesoftware „RecforgePro“  wird das Gespräch aufgenommen und mit „Google Drive“ in einer Cloud gespeichert, damit die Kollegen von Fabian auf das Interview zugreifen und es in einem Beitrag verwenden können.  Bevor das Interview beendet wird, macht Fabian noch ein Foto von dem Politiker. Mit „Camera+“  kann er sehr ordentliche Fotos produzieren und mit „Adobe Photoshop Express“  wird es noch nachträglich bearbeitet, damit die Kollegen später das Foto nur noch einzufügen brauchen.  Belichtung, Fokus oder Farbwerte sind mit einem Fingerwisch einstellbar.

9:04 Ein Kollege ruft an und beschwert sich über die Qualität der Bilder, sie sein ihm zu dunkel. Fabian wollte erst noch einen Kamermann mitnehmen, hat sich aber aus Zeitgründen dagegen entschieden. Wenn ein Profi die Bilder machen kann, sollte man das auch wahrnehmen, klingt es aus dem Hörer. Jetzt ist aber keine Zeit mehr es zu ändern, die Zeitungsausgabe erscheint morgen und die Bilder müssen verwendet werden.

9:30 Der Parteitag beginnt und somit auch das Live-Bloggen für die Besucher der Online-Ausgabe der Zeitung. Fabian nutzt dazu „ScribbleLive“ und liefert in Echtzeit Bilder, Videos und Texte. Da das texten mit dem kleinen Bildschirm extrem fummelig und zeitaufwendig ist, kann auf eine Diktiersoftware zurückgegriffen werden.

13:00 Fabian hat eine wichtige Rede gefilmt und schneidet die wichtigsten Aussagen mit „iMovie“ zusammen, damit die Zuschauer später die wichtigsten Aussagen nachvollziehen können.


13:30 Der Parteitag pausiert gerade und Fabian nutzt die Zeit um im Internet zu surfen. Dabei fällt ihm ein Artikel über Drohnen auf, die Bilder und Videos auf das Smartphone senden können. Somit kann selbst von schwer erreichbaren Krisengebieten berichtet werden. Ob er sowas auch haben könnte? Der Bericht wird abgespeichert und als wichtig markiert.

15:25 Fabian konnte einen Interviewpartner für einen späteren Zeitpunkt gewinnen. Er notiert sich seine Kontaktdaten auf einem Notizblock. Selbst die besten Handys sind nicht hundertprozentig sicher und Fabian möchte seine Integrität wahren.

Mit Photoshop Express kann der Nutzer einige Funktionen des Bildbearbeitungsprogrammes auch auf dem Handy nutzen. Im Vergleich mit der Destop-Version gibt es nur sehr wenige Einstellungsmöglichkeiten, aber diese sind leicht mit dem Touchscreen zu bewältigen.

Photoshop Express ermöglich einige Funktionen
des großen Bruders. Mit ein bisschen
Eingewöhnungszeit lassen sich Bilder in
gewissem Maße optimieren.

16:00 Das Ende des Parteitages ist gekommen und damit auch das Live-Bloggen. Bevor Fabian seine Sachen packt, werden wieder Emails gecheckt. Heute bereits die 96. Für den Journalisten fällt es schwer  nach getaner Arbeit abzuschalten, wenn er immer online ist und die wichtigsten Nachrichten nur in seiner Hosentasche schlummern.

18:00 Alle wichtigen O-Töne, Bilder und Videos wurden der Redaktion übergeben und Fabian hat nun Feierabend, fast jedenfalls. Für seinen Blog „Mittendrin“ schreibt er noch einen Artikel und verwendet dabei Bilder, die er heute geschossen hat. Wenn er fertig geschrieben ist,  muss er ihn noch über Twitter und Facebook teilen. Und eigentlich könnte er das eine aufgenommene Video noch auf YouTube hochladen. Das Handy vibriert auch gerade, 16 neue Emails.

 

 

Artikel von Martin Dietrich

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