Glassjournalismus – Ein Interview

Herandez Portrait

Mit Robert Hernandez habe ich darüber gesprochen, wo sich Technik und Journalismus begegnen und wo Google Glass andocken könnte.

Hallo Robert Hernandez, sie sind Professor an der USC Annenberg, was genau machen sie dort und wie sind sie dort hin gekommen?

Ich unterrichte im Bereich „digital journalism“, was eine sehr weitläufige Beschreibung ist… Gemeint sind Dinge wie „mutlimedia storytelling“, grundlegendes Programmieren, soziale Netzwerke, aber auch verrückte Sachen wie „augmented reality“ und so genannte Wearables wie eben Google Glass.

Ich bin jetzt seit fünf Jahren an der USC, was total verrückt ist, weil ich hätte nie gedacht mal ein Professor zu werden. Davor war ich Direktor der Entwicklung bei der Seattle Times. Dass die USC mich eingeladen hat, zeigt wie sehr sie sich sowohl für Innovation als auch für Vielfalt engagieren.

Sie Interessieren sich auch für die Kombination von Journalismus und Technik, in wie weit überschneiden sich diese beiden Felder?

Technologie und Journalismus gehen seit je her Hand in Hand… Erst die gedruckte Zeitung, die Telegraphen, das Radio und das Fernsehen. Jetzt befinden wir uns in der digitalen und mobilen Phase, morgen vielleicht schon der „Wearable-Phase“. Ich glaube Technik und Journalismus sind gleichermaßen Bedeutsam, Content und Technologie brauchen einander.

 

Ich beschäftige mich mit Google Glass als eine relative neue Beziehung zwischen Technologie und Journalismus. Haben sie Erfahrungen mit Google Glass und wenn ja welche?

Ja, ich sammle seit einem Jahr Erfahrungen mit Google Glass und habe den Bereich Augmented Reality mit anderen Wearables bereits seit vier oder fünf Jahren erkundet.

 

Wofür ist Google Glass zu gebrauchen? Was ist Gut daran, was schlecht?

Im Moment ist es sehr beschränkt… Allen voran jedoch „POV“ (→ Point of view, also aus Sicht des Journalisten). Aber leider ist der Ton schlecht, genauso wie die Akkulaufzeit. Was bleibt ist also das Potential, das ist meiner Meinung nach RIESIG, gerade was das erstellen von Content und das Storytelling angeht.

 

Ist Google Glasss also nur ein Prototyp, der Anfang einer Entwicklung, die den Journalismus verändern wird?

Ich glaube Glass ist der nächste logische Schritt in der Evolution vom Mobilen zum Tragbaren. Wir werden sehen wir es sich Entwickelt.

 

Sie veranstalten ein Seminar mit dem Titel „Glass journalism“, was machen sie da mit ihren Studenten?

Diese Studenten kennen sich bereits mit Journalismus und Android-Programmieren aus. Was wir machen ist eigentlich so was wie ein 15-wöchiger „hackathon“, wo diese Studenten, mit verschiedenen Hintergründen und Fähigkeiten lernen gemeinsam auf ein Ziel zu zuarbeiten. Wir lernen alle voneinander, sowohl was Journalismus als auch Programmieren angeht.

 

Kennen sie jemanden, der Google Glass bereits journalistisch verwendet? Wenn ja, was macht er/sie damit?

Die meisten würden Tim Pool nennen (@timcast), er hat schon ein paar live streams gemacht. Es gibt noch ein paar andere Beispiele, aber nichts super beeindruckendes.

 

Von Jonas Harzer

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