Zeitalter der Digitalisierung

485421617_81f4710885_o21. Jahrhundert. Die Medienkonzerne kämpfen um unsere Aufmerksamkeit. Die analoge Welt ist schon vor über einem Jahrzehnt untergegangen – es ist offensichtlich: Die Digitale Revolution und ihre besten Kämpfer sind auf dem Vormarsch.

Die Digitalisierung bringt zahlreiche Innovationen hervor, verankert sich in allen Lebensbereichen und eröffnet der Menschheit neue Möglichkeiten. Doch wie managt die Medienwelt dieses Aufeinanderprallen von neuen Technologien und traditionellem Selbstverständnis?

25.Oktober 1994: Spiegel Online ist das weltweit erste professionelle Nachrichtenmagazin im Internet und setzt somit den Grundstein für eine einschneidende Veränderung in der Medienbranche. 21 Jahre später gibt es kein Medium mehr, welches auf einen Internetauftritt verzichtet. Jahrhundertelang hatten die Printmedien Vormachtstellung auf dem Nachrichtenmarkt. Auch das Radio und TV, welche im 20. Jahrhundert hinzukamen, machten den Nachrichten auf Papier die Existenz nicht streitig. Doch seit dem Aufkommen des Internets – dem Medium der unbegrenzten Möglichkeiten – sieht sich die Branche vor einer Herkulesaufgabe. Das Printerzeugnis muss mit neuen Anwendungen, Diensten und Funktionalitäten des World Wide Web konkurrieren. Die zahlreichen Vorteile, welche sich aus den Modernisierungen entwickelt haben sind unumstritten: Der Daten- und Informationsaustausch ist außergewöhnlich schnell, Informationen sind permanent verfügbar und aktuell, und der Konsument kann sich individuell informieren. Zudem wird die Auswahl aus zum Teil kostenfreien Online-Zeitungen, Blogs, Tickern, usw. immer größer, da das Internet ein offener Markt ist, der es jedem ermöglicht alles zu veröffentlichen.

Online als Konkurrent für Print

Es stellt sich die Frage: Wie kann das Printmedium in infografik_3610_reichweite_gedruckter_tageszeitungen_in_deutschland_ndiesem „David gegen Goliath”-Duell seinem Untergang entgegenwirken? Die Verlagshäuser müssen sich neu organisieren, umdenken und umplanen. Internetauftritte, E-Paper und Online-Abos sind die Antwort auf die neue Konkurrenz. Getrennte und umstrukturierte Redaktionen für Online- und Printversion sind zur Normalität geworden. Auch das allgemeine Verständnis von Journalismus, sowie die Berufskompetenzen haben sich entwickelt und erweitert. Durch den ständigen Informationsstrom gibt es keinen Redaktionsschluss oder eine Deadline für Nachrichten – das Internet und seine schnelle Kommunikation, gleichermaßen auch die globale Vernetzung haben eine ununterbrochen laufende Maschinerie erschaffen, die Nachrichten am fließenden Band ausspuckt.
Journalisten legen sich zunehmend Social Media Accounts an, um Transparenz und Partizipation gegenüber dem Publikum zu schaffen. Diesen Beruf auszuüben, heißt heute simpel ausgedrückt nicht nur recherchieren, schreiben und veröffentlichen, sondern zudem kommunizieren, interagieren und präsent sein.

Der Kampf um die Quality Time

Grundlegend ist es das Ziel von Online und Print Produkte zu erzeugen, welche von den Konsumenten in den täglichen Medienmix aufgenommen werden. Die Zeit des Menschen ist begrenzt und jeder kämpft um diese, denn jedes Produkt benötigt einen Abnehmer und Konkurrenz existiert zu genüge. Der tägliche Konsum von Medien beläuft sich durchschnittlich auf 9 Stunden pro Person in Deutschland – Tendenz steigend. Von dieser Zeit will jedes Unternehmen einen größtmöglichen Teil beanspruchen. Dabei wird auf Interaktivität und Multitasking gesetzt, da sich die Medienkompetenz der Konsumenten stark verändert hat. Das Web 2.0 ruft die Nutzer dazu auf aktiv teilzunehmen. Konsumenten werden zu „Prosumenten“. Kommentare schreiben, Diskussionen führen, Liken, Sharen oder Tweeten sind nicht nur akzeptiert sondern erwünscht, da so ein noch größeres Publikum involviert wird. Hinzukommt, dass die Verbreitung von Nachrichten online mit 1-2 Klicks abgewickelt werden kann.

Durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer ausgewählter Medien in Deutschland 2014

Die Printausgabe kann mit den Argumenten des social-432496_1280Lesekomforts, der Haptik und der Seriosität punkten. Oft wird die Ungenauigkeit, die einseitige Berichterstattung oder die mangelnde Qualität der Online Erzeugnisse kritisiert, wobei die Printmedien dahingehend im Vorteil sind. Eine Sicherheit für den endlosen Fortbestand des Prints existiert nicht und die bevorstehenden Jahre werden ein Wegweiser für dieses traditionelle Medium sein.

Schnelllebigkeit

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass alle Innovationen, auch in der Medienlandschaft, durch Neues übertroffen wurden. Es gibt keine Garantie für Aktualität – was heute der neueste Stand der Dinge ist, kann und wird mit großer Wahrscheinlichkeit abgelöst werden. Nur die Zukunft wird zeigen, was Bestand besitzt und was zur Vergangenheit wird. Bis heute war die Printausgabe dahingehend erfolgreich ihren Platz zu verteidigen.
Aber jeder ist auf der Suche nach der nächsten bahnbrechenden Veränderung, einer Neuentdeckung des Feuers der Moderne, denn:

Alle Medien müssen sich weiterentwickeln und dem Strom der Zeit folgen um den Anschluss nicht zu verlieren, da die Digitalisierung auch in Zukunft einen unaufhaltsamen Einfluss auf die Medienlandschaft und deren Konsumenten besitzen wird.

   Eric Wunderlich

                                                                                                                                                               

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