Die Zukunft der Zeitung

Close up person using smartphoneIn Zeiten sinkender Abonnentenzahlen suchen Printmedien nach einer Alternative. Die Lösung könnte sich in Form einer gut strukturierten und informativen App finden lassen. Aber wer schafft es und wer scheitert beim Versuch die Zeitung von morgen zu bauen? Vom Papier aufs Smartphone – eine Rezension über die Applikationen der Print- und Rundfunkmedien.

von Karl Jeremias Donath

Glaubt man Vertretern der Printmedien, ist es nur eine Frage der Zeit, bis Smartphone und Tablet die Zeitung auf Papier vollständig abgelöst haben. Carsten Dietmann, Chef des Dresdner Druck- und Verlagshauses, beispielsweise geht davon aus, dass bereits innerhalb der nächsten 5 Jahre die Kosten für Druck und Vertrieb der Zeitungen den Erlös übersteigen werden. Die Konsequenz für die Mediengruppe daher: Bis dahin sollen alle Leser schrittweise, aber konsequent auf eine online vertriebene Alternative umsteigen.

Statistik: Entwicklung der verkauften Auflage der Tageszeitungen in Deutschland in ausgewählten Jahren von 1991 bis 2014 (in Millionen Exemplaren) | Statista

Rückläufige Auflagenentwicklung in den Printmedien © Statista

Schon jetzt bieten zahlreiche überregionale Zeitungen Applikationen für Smartphones und Tablets an um die Zielgruppe, die sich von der klassischen Papierzeitung abgewendet hat, weiterhin zu erreichen. Dabei werden unterschiedliche Wege eingeschlagen. Während die einen ihre Dienste kostenfrei zur Verfügung stellen, Print- und Online-Redaktionen dabei getrennte Inhalte produzieren, bieten andere Medien die ursprünglichen Zeitungsartikel gegen eine Gebühr in ihren Apps an. Auch da unterscheiden sich die Modelle. Von E-Papers spricht man, wenn die Zeitung in ihrer eigentlichen Form auf dem elektronischen Gerät angezeigt wird, während andere Verlage ihre Artikel in Apps präsentieren, die von ihrem Layout nicht an eine klassische Zeitung erinnern. Der Finanzierungsfrage entbunden sind die Angebote öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, die mit ihren Online-Angeboten in direkter Konkurrenz zu den Printmedien stehen – was sich sogar zum rechtlichen Streit ausweitete.

Die Ansprüche, die Konsumenten an eine Medien-App stellen, lassen erahnen, auf welch schmalem Grat sich die Medienunternehmen bewegen. Auf der einen Seite wollen Leser immerzu und schnellstmöglich informiert werden, individuelle Präferenzen sollen sich in der Nachrichtenauswahl niederschlagen. Kosten soll es andererseits aber so wenig wie möglich. Ein kleiner Aufschrei ging deshalb durchs Land, als die Bild-Zeitung ihr zuvor kostenloses Online-Angebot 2013 mit einer Paywall ausstattete – einem Modell, das inzwischen Schule macht.

Denkt man an die Zeitung von morgen stellen sich also zahlreiche Fragen. Welche Inhalte bieten die Apps eigentlich an? Wie ist Werbung eingebettet? Oder was kostete es und lohnt es sich diesen Preis zu zahlen? Wie ist die App strukturiert und findet man sich zurecht? Antworten liefert ein detaillierter Blick auf die Apps der Print- und Rundfunkmedien. Sie sind die Zukunft der klassischen Medien, die sich in Innovation, Design und Inhalt überbieten und trotzdem profitabel sein müssen.

Spiegel Online Startseite

Bilder, aber keine Teaser

Spiegel Online – die Zeitungs-App mit den meisten Downloads

Der Spiegel führt mit Spiegel Online die reichenweitenstärkste Onlinezeitung Deutschlands. Auch die App, die die Artikel der Website beinhaltet, gehört zu den absoluten Bestsellern. Sie ist komplett kostenlos und finanziert sich durch Werbung, die allerdings weder auf der Startseite, noch in den Artikellisten oder den Texten selbst platziert ist. Sie befindet sich dezent und unaufdringlich an den Enden der Artikel.

Das Design der Seite hinterlässt auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Es ist im klassischen Spiegel-Rot. Die Schrift, Gestaltung und die Kategorien entsprechen der Website. Die einzelnen Ressorts sind in verschiedenen Farben von einander abgehoben. Dem Auswahlmenü fehlen allerdings Symbole, die die Bedienung erleichtern könnten, da einige Kategorien die gleichen Farben zugewiesen bekommen haben. In der Auflistung der Artikel wurde auf Teasertexte verzichtet, wodurch aber andererseits mehr Artikel auf einen Blick zu erkennen sind. Der News-Feed wird regelmäßig aktualisiert, eine Kommentarfunktion ist gegeben.

Spiegel Online Menü

Menü mit farbigen Kategorien

Die Startseite ist in ihrem Aufbau etwas unübersichtlich, was daran liegt, dass die Artikel nur teilweise mit einem Bild geteasert werden und die Überschriften in roter Farbe sehr aufdringlich sind. Es folgen nach den (nach Relevanz sortierten) ersten Artikeln eine Videoeinbettung, Wetter und die einzelnen Ressorts mit deren neusten Beiträgen. Alles wirkt etwas willkürlich, eine Personalisierung ist nicht möglich. Wenn man es tatsächlich bis zum Ende, vorbei an Börse, Satire und meist-gelesenen Artikeln, der Seite geschafft hat, findet sich dort der Link zum neusten (echten) Spiegel, den man dort zum regulären Preis erweben kann.

Fazit: Die Spiegel-Online App hält, was ihr Ruf verspricht. Auch wenn sie inhaltlich fast ausschließlich Meldungen und wenige Hintergrundberichte bringt, bietet sie sich als umfassende Informationsquelle an. Der Aufbau wirkt etwas altbacken und in der farblichen Gestaltung wird das Ziel eines modernen Designs verfehlt. Multimedia, wie Videos, wird nur in Ausnahmen in die Artikel integriert. Die Beiträge sind untereinander verlinkt, externe Seiten mit eventuellen Hintergrundinformationen nicht. Gut gelungen ist die Einbettung der sozialen Netzwerke und Beiträge dieser. So findet man beispielsweise unter jedem Artikel einen Direktlink zum Twitter-Account des Autors.

Startseite Tagesschau

Videoangebot und aktuelle News

Tagesschau – Fernsehen oder Print?

Die Tagesschau-App der ARD bietet paradoxerweise alles, was man von einer Zeitungsapp erwartet. Sämtliche Inhalte sind dank Gebührenbeitrag werbefrei und kostenlos. Das dunkelblaue Design ist wohlbekannt, die Seite übersichtlich und nicht verspielt. Allein das Menü ist für Android-Benutzer gewöhnungsbedürftig, aber nicht unübersichtlich sondern eher reduziert. Die wenigen, ausgewählten Ressorts genügen, da man auf Feuilleton und Panorama (hier) gut verzichten kann. Etwas verwunderlich ist nur, dass ‘Video’ und ‘Audio’ als Kategorien direkt neben ‘Inland’ und ‘Wirtschaft’ Platz finden. Ein separater Ort und eine verändere Gliederung hätten das Menü noch aufgewertet.

Menü Tagesschau

Gewöhnungsbedürftiges Menü

Die Startseite ist dagegen besonders gelungen. Zu oberst findet sich eine Suchleiste, unter dieser der Livestream (tagesschau24), aktuelle Videos und die neusten Sendungen der Tagesthemen und Tagesschau um 20 Uhr. Drunter folgen einzelne chronologisch sortierte Artikel, alle mit Teasertext und Bild. Dazu kommt auch die Information, ob sich Bildstrecken, Videos (in HD-Qualität) oder Audios im Artikel eingebettet finden. Die meisten Artikel selbst sind bebildert, mit Filmbeiträgen und ergänzenden Archivmaterial versehen. Im Text und zum Ende sind thematisch anknüpfende Artikel verlinkt. Kommentare zu hinterlassen ist allerdings nur bei ausgewählten Artikeln möglich.

Fazit: Die Tagesschau-App ist eine ernst zunehmende Alternative zu den Printmedien. Sie ist übersichtlich, werbefrei und in der Einbindung von Multimedia schwer zu übertreffen. Allein das Menü und die mangelhaft umgesetzte Verbindung mit den Sozialen Medien lässt zu wünschen übrig. Das man mit den ‘100-Sekunden’-Nachrichten das wichtigste des Zeitgeschehens im Video bekommt, ist an Bequemlichkeit nicht zu überbieten. In der App verschmelzen Fernsehen und geschriebene Nachrichten und ergänzen sich optimal.

Süddeutsche Startseite

Eine neue Meldung im Newsfeed

SüddeutscheZeitung.de – Nachrichten in (fast) vollendeter Eleganz

Sowohl die Website, als auch die App der SZ wurden erst unlängst geupdated. Das Design wurde moderner und aufgeräumter. Die App ist vollständig werbefrei, allerdings nur wenn man SZ Plus Kunde ist. Für alle anderen gibt es auch frei zugängliche Artikel. Allerdings kann man pro Woche nur zehn davon lesen, bis einem die App den Zugriff auf weitere Artikel samt Nachrichten und vielfältiger Hintergrundberichterstattung verwehrt. In einer kostenlosen, zweiwöchigen Testphase kann man sich mit den Möglichkeiten der App vertraut machen. Danach kostet sie für Studenten knapp 15 Euro im Monat und liefert mehr als die Tageszeitung leisten kann. Die gleichen Artikel, gleiche Redaktion und noch dazu Newsticker, Bilderstrecken, Videos und Push-Meldungen bei Ereignissen – die SZ App ist die Zeitung von morgen.

Süddeutsche Menü

Verbesserungswürdig: das Menü

Das Design ist modern, schick und nicht überladen. Die App ist (abgesehen von den Fotos) ausschließlich in eleganten schwarz-weiß gehalten. Die Artikel werden mit Bild und Text geteasert, wo auch – anders als bei Spiegel Online – angegeben wird, ob es sich um eine Nachricht, einen Hintergrundbericht oder Kommentar handelt. Allein das Menü stört den sehr guten Gesamteindruck. Zum einen ist umständlich und ungewohnt integriert und zum anderen sehr kleingliedrig. Zwar gibt es in der SZ App praktische Oberkategorien, ihre Zusammensetzung ist allerdings fragwürdig. Der Sammelordner ‘News’ fasst die Sparten ‘Politik’, ‘Wirtschaft’ und ‘Panorama’, der Ordner ‘Sport’ die Unterkategorien ‘Sport’ und ‘Bundesliga’. Schön ist der Nachrichtenticker, der sich dezent bemerkbar macht, wenn eine Meldung hinzugefügt wurde, sowie die Funktion ‘Bilder des Tages’.

Die Startseite ist die eleganteste der News-Apps. Überschrift, Teaser, Autor – alles aus einem Guss. Scrollt man die relevantesten Artikel herunter, findet sich die Kategorie ‘Das Beste aus der Zeitung’, wo sich die Leitartikel der Printausgabe finden lassen. Darunter folgen weitere Artikel und einige Highlights (Interviews, Glossen, Satire und Beiträge aus den SZ-Ablegern), die in besonderer Form aufgemacht werden.

Fazit: Selten trifft der Spruch “Weniger ist mehr” so zu, wie bei diesem Produkt. Übersichtlichkeit, statt knalligen Farben. Sachlichkeit statt Boulevardjournalismus. Die Artikel verweisen gegenseitig auf einander, Hintergründe werden beschrieben und beleuchtet. Die Videos könnten einem fehlen, die Tagesschau und Spiegel Online zur Verfügung stehen, wobei man letztlich aber darauf verzichten kann, da fehlende Bewegtbilder durch inhaltliche Qualität kompensiert werden. Allein die ausgesparte Integration von Social Media und der Verzicht auf eine Kommentarfunktion sind gravierende Kritikpunkte. Interaktion mit den Autoren ist nicht so einfach möglich, wie beim Spiegel. Der Preis ist dafür allerdings fraglos gerechtfertigt. Man bekommt dafür eine App in bester Zeitungsqualität.

Focus Startseite

Viel Überschrift und viele Videos

FOCUS Online – viele Videos, noch mehr Werbung und zu wenig Inhalt

Die App ist kostenlos, was schon fast das Beste an ihr ist. Ansonsten finden sich auf der Startseite, in Artikeln und sogar im Menü Werbung. Die knallige Aufmachung, große Überschriften, keine Teaser – die Focus App bedient sich dem Boulevard-Genre und versucht trotzdem die klassischen Zeitungsressorts abzudecken. Dabei ist beinahe jeder dritte Beitrag ein mehr oder minder informatives Video (mit vorangestellten Werbungen), in denen oft nur Standbilder gezeigt werden. Das ist zwar unter Umständen ganz angenehm, da man Artikel nicht selbst lesen muss, aber auch höchst unpraktisch, wenn man nicht im WLAN ist oder sich in Gesellschaft befindet und die Videos nicht mit Lautstärke abspielen kann.

Focus Menü

Menü mit Symbolen

Das Design ist zu aufgeregt und unübersichtlich. Gerade die Werbung durchbricht die Artikellisten, die aufgrund zu großer Überschriften und Bilder bereits unübersichtlich genug sind. Die Bedienung dagegen ist sehr einfach, das Menü durch schlüssige Symbole ergänzt. Die Reihenfolge des Auswahlmenüs dagegen erscheint fragwürdig. Die Kategorien ‘Tagesgeld’, ‘Gutscheine’, ‘Baufinanzierung’ und ‘Reisewelt’ leiten sogar auf externe Verkaufsseiten weiter. Die Artikel selbst sind durch Werbungen, aufgeregt Zwischenüberschriften, rote Links und zwischengeschobene Videos fast unleserlich. Ein großes Share-Sysmbol drängt sich förmlich auf. Dafür gibt es aber die Möglichkeit Kommentare zu hinterlassen. Auch interessant ist die Möglichkeit, Artikel zu verfolgen. Neue Meldungen, die sich thematisch den markierten Artikel anschließen, machen später auf sich aufmerksam.

Fazit: Fokus ist Boulevard-Journalismus. Wer keine Hintergründe, keine qualitativen Inhalte erwartet und nichts gegen die Verschmelzung von Kommentar und Nachricht hat, findet hier kurz und kompakt die wichtigsten Tagesmeldungen. Die einfallslosen und zumeist unnötigen Videos, das Design und die aufdringliche Integration von Werbung sind nur zu ertragen, weil die App kostenfrei ist. Auch deshalb gehört sie nach Spiegel Online zu den Nachrichten-Apps mit den meisten Downloads

Zeit Online Startseite

Trister Anblick, großer Inhalt

Zeit Online – Qualitätsjournalismus in tristem Gewand

Nur die Topstory bekommt ein Bild, zurückhaltendes Schwarz-weiß in einer altbackenen Serifenschrift, dafür aber qualitätvolle Inhalte – die App der Zeit bietet, was man von ihr erwartet, aber sie überrascht auch nicht. Die App der Zeit, die von einer anderen Redaktion geführt wird als die der Wochenzeitung, ist ein Nachrichtenmedium, dass sich auf das Wesentliche beschränkt. Die Beiträge sind wenig bebildert, in Ausnahmefällen nur durch ein Video ergänzt, der Text ist aufgeräumt und lässt sich angenehm lesen. Im schwarz-weißen Understatement ragen nur die roten Unterüberschriften und der dünne Ladebalken heraus. Allerdings braucht gerade das Laden der Inhalte viel Zeit. Im Vergleich zu anderen Apps wartet man merklich länger, bis die Artikel erscheinen. Die sind dafür die vielleicht ausgefeiltesten. Nicht nur, dass es die Zeit schafft Social Media elegant in den Fließtext einzubauen, auch finden sich Links zu externen Seiten und eine moderierte Kommentarfunktion, in der selbst die Autoren ab und an mitdiskutieren. Das Menü macht im Design keine Ausnahme, die Ressorts sind sinnvoll gewählt und können nach Wunsch um Unterressorts ergänzt werden. Einzig der Umstand, dass sich die Gliederungspunkte ‘Abo’, ‘E-Paper’ und co. nicht von den anderen unterscheiden, stört ein wenig.

Zeit Online Menü

Aufgeräumtes Menü

Auf der Startseite finden sich die aktuellen Leitartikel, denen sich eine Videoeinbettung, eine Fotostrecke und ein Wissensquiz, dessen Bedienung schier unmöglich ist, da man nach wenigen Fragen regelmäßig zum Anfang zurückversetzt wird, ohne jemals ein Ergebnis zu erhalten, anschließen. Insgesamt ist die Seite aufgeräumt, die Werbung stört nicht und die Anordnung ist nachvollziehbar.

Die App ist kostenlos und die Werbung dezent. Zum Großteil wird für eigene Produkte, wie das Zeit Magazin und die Printausgabe, geworben. Im Vergleich zu Spiegel Online ist die Qualität höher, die Artikel haben mehr Tiefe und Hintergrund. Mit Blick auf die App der SZ macht sich der Unterschied zwischen einer Tageszeitungsredaktion und der Onlinereadaktion der Zeit aber doch bemerkbar.

Fazit: Die Zeit Online App bietet viel gutes. Außerordentlich gut ist vor allem, dass man für viel Qualität nichts bezahlen muss. Die Handhabung und Bedienung ist leider zu umständlich, die App zu langsam und das Design altbacken. Da besteht Aufholbedarf. In sozialer Interaktion mit den Lesern ist die Zeit den anderen App einiges voraus. Nirgendwo sonst finden sich so viele Kommentare, nirgendwo sonst so viele Social Media Verlinkungen. Wird die Zeit äußerlich zeitgemäßer ist sie dank des Preisvorteils unschlagbar.

Welt Startseite

Tolle Aufmachung, tolle Funktionen

Die Welt – Innovation überall

Kostenlos ist diese App nicht. Dafür bietet sie aber auch einfach zu viel. Nach einem Probemonat kostet sie 4,49 Euro pro Monat – und ist damit deutlich günstiger als die SZ. Die Version bietet dann nicht nur Live-Journalismus, die Artikel und Interviews der Zeitung, sondern ist gleichzeitig auch E-Paper. Strotzend vor guten Ideen ist die App anderen Konkurrenten damit teilweise meilenweit voraus.

Auf der Startseite finden sich die Top-News, die Ressorts mit den neusten Artikeln und die Bilder des Tages. Danach ist schon Schluss. Die Seite baut sich nicht unnötig nach unten ab, bis sich die Beträge in Belanglosigkeit überbieten, sondern beschränkt sich auf das Wesentliche. Und das Beste ist, dass sie nach Interesse personalisiert werden kann. Will man den Sport als erstes nach den Aufmachern braucht man nur zwei, drei Klicks. Die Top-News sind nicht untereinander geordnet, man blättert durch Wischen in ihnen. Eine wirkungsvolle Alternative, die zur Übersichtlichkeit entscheidend beiträgt. Überhaupt sind ebenfalls alle Bildstrecken der Seite auf diese Art integriert. Will man eine Bilderreihe sehen, wird man nicht, wie bei anderen Apps, auf ein Parallelfenster umgeleitet. Man bleibt auf der ursprünglichen Seite.

Welt Menü

Personalisiertes Menü

Auch insgesamt ist das Design schick, modern und übersichtlich. Dezente Blautöne und eine angenehme Schriftart überzeugen. Dass die Teasertexte fehlen, fällt nicht sehr ins Gewicht und würde dem schlanken Design auch abträglich sein. Das Menü, ebenfalls personalisierbar, setzt klare Prioritäten. Zuerst kommen die Ressorts und deutlich abgegrenzt Service, Einstellungen und co. Am unteren Bildrand befindet sich auf jeder Seite eine Leiste, mit der man Artikel zur Pinnwand hinzufügen kann, um sie später schnellstmöglich wiederzufinden und eine Funktion zum Teilen. Die App bietet zudem die Möglichkeit, durch die Angabe eigener Präferenzen, einen persönlichen News-Feed zu erhalten. Auf der Startseite findet man die gepinnte und als gut befundene Artikel mit einem Klick wieder.

Fazit: Die Bedienung, die Ladezeiten und das Design der App überzeugen vollständig. Springer investiert viel in die eigene Online-Entwicklung, was sich mehr als bezahlt macht. Die App ist modern und inhaltlich gut, der Preis mehr als vertretbar. Allein die Vernetzung könnte besser sein. Verlinkt sind nur eigene Beiträge und Seiten, die sozialen Medien werden vernachlässigt. Kommentare zu hinterlassen ist ebenfalls nicht möglich. Aber nichtsdestotrotz – die App kann was und ist damit der Inbegriff von Innovation.

Die Alternativen: FAZ, ZDFheute und n-tv

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit folgen hier noch ein paar Einblicke in weitere News-Apps.

FAZ Startseite

Schlicht und Praktisch: FAZ

FAZ Menü

Kleingliedrig aber umfassend

heute Startseite

Ansprechendes Design

heute Menü

Das Menü beim ZDF

ntv Startseite

Bunt, unübersichtlich, n-tv

ntv Menü

Kategorien mal anders

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die News-Apps nach wie vor Potentiale ungenutzt lassen. Innovative Designs, Interaktion, Multimedia – nie war es einfacher diese Dinge in Zeitungsartikel einzubinden. Es kann nicht genug sein, die Beiträge auf einer neuen Plattform zu veröffentlichen, ohne deren Potentiale auszuschöpfen. Die wohl größte Herausforderung wird aber sein den Spagat zu schaffen, Qualität, Design und Preis unter einen Hut zu bekommen. Aber auch der Konsument kann nicht erwarten, dass ihm Inhalte, für die er am Kiosk ohne Zweifel bezahlen würde, kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

Die Zukunft der Zeitungen liegt in Smartphones und Tablets. Druck, Papier und Vertrieb können gespart werden. Die bisherigen E-Paper-Formate lassen, liest man sich Kritiken der Nutzer durch, zu wünschen übrig. Eine gute App kann da mehr – und wird die Zeitung von morgen werden.

Eine Ergänzung zum Artikel findet sich hier: Die Medienforscherin Cornelia Wolf schreibt in Media Perspektiven über die Perspektiven und noch ungenutzten Potentiale der Nachrichten-Apps.

Alle Apps wurden in ihrer Android-Version getestet.

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