Wie wird das Öffentlich-Rechtliche für die junge Generation wieder interessanter? – Meinungen und Lösungsvorschläge. Ein Kommentar.

 

 (Schnitt: Anne Dittmar, Jennifer Kurze)

 

Mithilfe unserer Umfrage haben wir 20 junge Menschen nach ihren Meinungen und Wünschen bezüglich der Veränderung in den öffentlich- rechtlichen Medien befragt. Zusammen mit unseren eigenen Ideen wollen wir nun ein paar Vorschläge präsentieren, wie es den eingerosteten Öffentlich- Rechtlichen gelingen kann, wieder mehr junge Menschen vor den Bildschirm zu locken.

Programm

Sender wie ARD, ZDF und Co. haben für die junge Generation wenig bis gar keine Formate zu bieten. Zu steif, zu altbacken, zu trist. Doch wieso fällt es ihnen so schwer, ansprechendes Programm für Menschen unter 50 zu produzieren? Natürlich gibt es auch in den Öffentlich-Rechtlichen Unterhaltungsshows, jedoch können und wollen gerade jungen Leute uns nicht mit Schlagersternchen wie Florian Silbereisen oder Serienklassikern wie ”Sturm der Liebe” identifizieren.

Stattdessen wünschen wir uns mehr mitreißende Spielfilme, für die es sich lohnt, den Samstagabend zuhause zu verbringen und dabei werbefrei unterhalten zu werden. Umso besser, wenn solche Filme auch schon ab 20:15 Uhr zur Primetime laufen und nicht erst nachdem die tägliche Dosis Schlagerparty und Kochsendung abgearbeitet worden ist. Auch die Sendezeiten von Satireshows, welche meist erst nach 22:15 Uhr im Programm laufen, werden hinterfragt. Wieso laufen alle für die Jugend interessanten Sendungen immer nur nachts?

Und generell, warum kommen eigentlich nicht mehr Formate, die sich uns anpassen? Wir wollen alle mehr Spielfilme, mehr Serien, mehr Dokumentationen – dabei aber bitte weniger ”Rosamunde Pilcher”, ”Rote Rosen” oder ”Elefant, Tiger und Co.”. Was wäre so schlimm daran, jugendlichere Serien wie ”How I met your Mother” in das Programm aufzunehmen und dafür nur noch eine statt zwei Kochsendungen am Tag auszustrahlen? Generell, mehr Spielfilme frisch aus dem Kino zu zeigen oder einfach mehr Tatort, der erfreut sich nämlich nach wie vor hoher Beliebtheit, auch bei uns.

Und wenn wir schon dabei sind, warum dann nicht auch mehr junge Leute im Fernsehen? Wieso hat ein Jan Böhmermann fast 950.000 Likes bei Facebook, das ZDF aber 400.000 Likes weniger? Weil wir uns mit ihm viel besser identifizieren können und ihm gern zuhören. Weil wir uns manchmal ein bisschen mehr Lässigkeit wünschen, ohne dabei den Ernst aus den Augen zu verlieren. Und genau darum sollten sich die Öffentlich-Rechtlichen bemühen, damit auch wir wieder regelmäßiger einschalten.

Mediatheken

Auch zu den Mediatheken gibt es einiges zu sagen. Wir sind dankbar, dass man durch sie eine Möglichkeit hat, Sendungen auch dann anzuschauen, wenn sie nicht gerade im Fernsehen laufen. Das ist super. Wir finden aber, es geht noch besser.

Einerseits ist da das Problem mit der Bufferung. Wenn gefühlt alle zwei Sekunden der Film hängt, kann man schon mal die Lust am Weiterschauen verlieren. Und wenn wir schon mal dabei sind, vielleicht kann man die Mediatheken ja gleich noch ein Stück übersichtlicher gestalten. Ja, diese Bitte geht besonders an dich, liebes ZDF, da geht doch bestimmt noch was. Kommen wir nun zu den Sendungen an sich. Manchmal wäre es günstig, wenn sie in der Mediathek noch länger verfügbar wären. Klar, die Nachfrage nach Magazinen von vor 10 Jahren ist sehr überschaubar, aber was ist, wenn man sich 2 Jahre alte Formate anschauen möchte? Jeder entwickelt sich weiter und was ist, wenn man sich plötzlich für eine Sendung interessiert, die vor ein paar Jahren ausgestrahlt wurde und nun nirgendwo mehr die Möglichkeit hat, diese anzusehen?

Social Media

Zu guter Letzt kommen wir zum wohl wichtigsten Part: der Integration neuer Medien. Gerade wir jungen Leute nutzen inzwischen zum überwiegenden Teil das Internet. Wir lieben es beinah unendlich viele Möglichkeiten zu haben, uns online zu informieren und unterhalten zu lassen. Also warum wird man das Gefühl nicht los, dass die öffentlich-rechtlichen Medien diese wohl scheinbar einfachste Methode, junge Menschen für sich zu gewinnen, nicht ausreichend nutzen?

Die Internetangebote der Sender sollten ausgebaut werden. Das bedeutet beispielsweise, dass die Social-Media-Auftritte von ARD,ZDF und Co. besser gestaltet und vernetzt werden. Wieso gibt es für fast jede der großen Sendungen, sei es die ZDF ”heute Show” oder der ARD ”Tatort”, eine eigene Seite? Warum kann man auf der Hauptseite von ARD und ZDF nicht erfahren, welche Shows man auch online verfolgen kann? Wenn mir eine bestimmte Sendung gefällt. wie kann ich erfahren, welche ähnlichen Formate es gibt, die mir auch gefallen könnten? Dies über soziale Netzwerke verfügbar zu machen würde dafür sorgen, dass eine viel höhere Anzahl junger Leute Zugang zu den Öffentlich-Rechtlichen findet.

Es ist viel einfacher mal eben Informationen über die ARD auf deren Facebook-Seite zu suchen, als es umständlich über die Website zu probieren. Wie wäre es in diesem Zuge mit der Einrichtung eines Newsletters? Diese Option würde laut unserer Umfrage großen Anklang finden.

Das Gleiche gilt auch für die Apps. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, dass es App-Angebote der öffentlich-rechtlichen Medien gibt. Aber auch hier stellt sich uns die Frage, wieso gibt es so viele verschiedene Apps? Und warum komme ich dann nicht von der einen App zur anderen? Viele von uns wissen nicht mal, dass selbst Drittprogramme wie Arte und 3sat eine App haben. Vielleicht ist es also auch hilfreich, etwas mehr Werbung dafür zu machen. Ganz einfach, indem solche Informationen öfter in den Internet- und Fernsehauftritten der großen öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF erscheinen.

Generell sollte es insgesamt viel mehr Verweise auf die Drittprogramme und Spartenkanäle wie ARD alpha und ZDF neo geben. Nur wenn wir wissen, was wir alles sehen können, erfahren wir das, was wir alles wissen wollen.

 

-   Beitrag von Jennifer Kurze und Anne Dittmar   -

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