Was macht uns an – Was machen wir an?

Collage Befragte Jugend

Zwei TV-Sender im Check
Was macht uns an – Was machen wir an?

Der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung verbringt durchschnittlich vier Stunden (Quelle: AGF, GfK, TV Scope 6.0) täglich vor dem Fernseher. Dabei steht man jedes Mal vor der Entscheidung: Privat oder Öffentlich? Im Duell um die Aufmerksamkeit -insbesondere junger Menschen- scheint es einen vermeintlichen Gewinner zu geben. Wir haben nachgefragt und den Selbstversuch gemacht.

ardvsrtl

Von Tina Thomas

Der Selbstversuch – Programmbewertung

Wohl keine anderen Sender sind so gegensätzlich wie RTL und ARD. Privatfernsehen versus öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Trash-TV versus Seniorenunterhaltung. Doch entspricht das tatsächlich der Wahrheit? Werden diese Klischees wirklich bedient und wer hat bei den jungen Zuschauern die Nase vorn? Wir sind der Sache auf den Grund gegangen und haben uns das Programm mal genauer angesehen und bewertet. Subjektiv und individuell  – unsere Programmbewertung gibt euch einen kleinen Einblick, was die Sendungen zu bieten haben.

ARD

Nachrichten – “Tagesschau”

am 22.07.2016 täglich von 20:00 – 20:15 Uhr
Zielgruppe: Für jede Altersgruppe geeignet Dauer: 15 Minuten
Kriterien
Studio

+ Modernes und klares Design

+ Ansprechende Hintergrundbilder

Moderator

+ Mittleren Alters, seriöse Ausstrahlung, gepflegtes Äußeres (mit Anzug, Schlips)

Einspieler

+ durch die vielen Einspieler wird Interesse geweckt

+ Sachliche und seriöse Berichterstattung

+ Mulitmediaimplementierung (Ausschnitte von “Tweets” oder “Facebook-Posts”)

Atmosphäre

+ Seriöse, ruhige Atmosphäre

Wetterbericht

– Träge Präsentation da kein sichtbarer Moderator (nur Stimme aus dem Off)

Unsere Meinung zum Sender
Daumen nach oben! Berichterstattung vielfältig und seriös, dem Anspruch nach einer qualitativ hochwertigen Nachrichtensendung wird entsprochen.
 Bewertung Daumen

Telenovela – “Rote Rosen”

Folge 2255 am 22.08.2016 montags bis freitags von 14:10 – 15:00 Uhr
Zielgruppe: auf ältere Zielgruppe ausgerichtet (40+) Dauer: 50 Minuten
Kriterien
Szenebild

+ Sehr ansprechendes und schön gestaltetes Szenebild

+ Drehort in Lüneburg, Aufnahmen der Stadt werden immer wieder eingespielt

Schauspieler

– Besetzung überwiegend mittleren Alters

– Dialoge wirken inszeniert und humorlos

Inhalt

– Kein Bezug zu Welten junger Leute

– Themen um Arbeit, Geld, gescheiterte Beziehungen

Atmosphäre

– Gezwungene Atmosphäre durch gekünstelte Dialoge

Unsere Meinung zum Sender
Daumen nach unten! Themen und Dialoge sind trocken und veraltet, die Szenerie wirkt inszeniert.
 Bewertung Daumen

Spielfilm (Krimi) – “Donna Leon: Blutige Steine”

Folge 14 am 23.07.2016 samstags von 20:15 – 21:45 Uhr
Zielgruppe: Ältere Pernsonen Dauer: 90 Minuten
Kriterien
Szenebild

+ Drehort in Venedig

+ Abwechslungsreich da verschiedene Schauplätze in der Stadt

Hauptdarsteller (Uwe Kockisch)

+ Charismatisch, wertet den Film durch schauspielerisches Können auf

Humor

– Erzwungener Humor und hölzerne Dialoge

Inhalt

– Viele verschiedene Handlungsstränge die vom eigentlichen Inhalt ablenken und die Spannung nehmen

Atmosphäre

– Hektische Atmosphäre

Unsere Meinung zum Sender
Gespaltene Meinung! Einerseits schönes Szenenbild, gute Haupterzählung. Von dieser wird jedoch durch die vielen humorlosen Nebenhandlungen abgelenkt, Spannung geht verloren.
 Bewertung Daumen

Quizshow – “Quizduell-Olymp” 

Staffel 2, Folge 11 am 29.07.2016 freitags von 18:50 – 19:45 Uhr
Zielgruppe: Für jedes Alter geeignet Dauer: 55 Minuten
Kriterien
Studio

+ Modernes Design

Konzept

+ Prominente spielen gegen Quizchampions

+ Fragen aus verschiedenen Themenbereichen auswählbar (z.B. “Medien und Unterhaltung”, “Rund um die Welt”)

Atmosphäre

+ Aufgelockerte Atmosphäre

Prominente

– Keine bekannte Prominenz, bzw. keine Prominenz die bei der Jugend bekannt ist

Spielregeln

– Für ein neu dazukommendes Publikum erschließen sich die Spielregeln nur schwer

Unsere Meinung zum Sender
Gespaltene Meinung! Einerseits abwechslungsreiches Konzept, andererseits gestaltet sich der Einstieg in die Sendung als schwer (Spielregeln unverständlich, keine gute Erklärung der Regeln).
Bewertung Daumen

Late-Night-Talk – “Inas Nacht”

Staffel 12, Folge 4 am 30.07.2016 samstangs von 23:30 – 00:30 Uhr
Zielgruppe: Junges Erwachsenenalter Dauer: 60 Minuten
Kriterien
Moderatorin (Ina Müller)

+ Gut über Gäste informiert, humorvoll, eloquent

+ Geht auf Gäste ein, stellt anregende und interessante Fragen

Musikeinspieler

+ Livemusik (Liveband, Shantychor)

Atmosphäre

+ Ungezwungene Atmosphäre

+ Urige hamburger Kneipe (“Schellfischposten”)

+ Wenig Studiopublikum

Prominente Gäste

+ Sehr bekannte Gäste (z.B. Mehmet Scholl, Palina Rojinsk)

+ Prominente wirken durch die Atmosphäre und die persönlichen Fragen sehr nahbar

Unsere Meinung zum Sender
Daumen nach oben! Perfekte Mischung zwischen anregenden Gesprächen und musikalischen Beiträgen. Hochkarätige Gäste und die Moderatorin tragen zu einer ungezwungenen und humorvollen Atmosphäre bei.
 Bewertung Daumen

Von Tina Thomas

RTL

Nachrichten – “RTL aktuell”

Folge 259 am 15.09.2016 täglich von 18:45 – 19:05 Uhr
Zielgruppe: Für jede Altersgruppe geeignet Dauer: 20 Minuten
Kriterien
Studio

+ Modernes Design mit passendem und einheitlichem Farbschema

+ Bildschirm mittig, Moderatoren rechts und links platziert, sodass nicht die Personen, sondern die News in den Vordergrund gerückt werden

+ Ansprechende Hintergrundbilder und Animationen

Moderator

+ sowohl Mann als auch Frau vertreten

+ mittleres Alter, gepflegtes Äußeres

+ Kleiderwahl entsprechend des RTL-Themes (bei Mann: dunkler Anzug – bei Frau: rotes Kleid)

Wetterbericht

+ gute Animation und kurz gehalten

Einspieler

– teilweise wertende Moderation bei Berichterstattung

– zu kurze und teils unvollständige Berichte

Sprache

– einfacher, teilweise unseriöser Wortschatz

– teils subjektiv und wertend

– Moderator beim Wetterbericht spricht mit unverständlichem Dialekt und zu schnell

Unsere Meinung zum Sender
Zwar ist die Berichterstattung kurz und knackig mit allen aktuellen Themen, jedoch werden diese teilweise zu gebündelt dargestellt und demnach fehlt der Hintergrund für das Verständnis. Auch die Vortragsweise der Moderatoren ist etwas unseriös durch lockeren Ansagen und weniger Neutralität bei der Berichterstattung. Daher auch keine Empfehlung!
 Bewertung Daumen

Telenovela – “Gute Zeiten, schlechte Zeiten”

Emilys Unmut am 09.09.16 montags bis freitags von 19:40 – 20:15 Uhr
Zielgruppe: Jungendliche und Erwachsene Dauer: 35 Minuten
Kriterien
Szenebild

+ Bildausschnitt im Portrait, somit sehr nah am Geschehen

+ Drehort in Berlin, recht anschaulich

Inhalt

+ Bezug zu Welten junger Erwachsenen

+ Themen um Arbeit, Geld, Liebe, Beziehungen, Homosexualität, Intrigien, Familie, Probleme

Musik

+ Jingle “Mitten ins Herz” passt zum Programm, da Mann und Frau die Sänger sind und der Songtext auf den Titel angepasst ist

Schauspieler

– Besetzung überwiegend nur im jungen bis mittleren Alter (ungefähr 20-40)

– Dialoge wirken inszeniert und erzwungen lustig/humorlos, Sprache eher jugendlich und mit Slang und kurze Dialoge- Handlungen wirken unrealistisch

Unsere Meinung zum Sender
Trotz der schönen Motive in der Sendung mit vielfältigen Themen, gibt es keine absolute Empfehlung. Denn die Dialoge sind nicht glaubwürdig und auch die Handlungsstränge wirken zu gewollt, sodass es nicht mehr realistisch und sehr dramatisch rüberkommt. Jedoch ist dies auch Geschmackssache!
 Bewertung Daumen

Dokumentationsreihe – “Das Jenke-Experiment”

Demenz am 12.09.2016 montags von 21:15 – 22:30 Uhr
Zielgruppe: Jugendliche und Erwachsene Dauer: 75 Minuten
Kriterien
Hauptdarsteller (Jenke von Wilmsdorff)

+ Charismatisch, humorvoll, risikofreudig, unterhaltsam

Musik

+ steigert die Spannung und unterstützt Gesagtes durch instrumentaler Musik

Humor

+ witzige Erzählung und Handlung

Inhalt

+ Jenkes Untersuchungen zu spannenden Themen, die durch Selbstversuch deutlich gemacht wird

Szenebild

– Drehort im Raum, unspektakulär

– ständiger Wechsel von Orten- Atmosphäre nicht ansprechend

– Schnitte oft zu plötzlich und sprunghafte Szenenwechsel

Unsere Meinung zum Sender
Interessante Themen, fesselnde Erzählweise und lustiger Protagonist! Diese Sendung ist empfehlenswert durch die ernsten Thematik und wie diese dem Zuschauer vermittelt wird. Auch dass die Hauptfigur die Selbstversuche an sich ausprobiert, ist sehr unterhaltsam und regt zum Nachdenken an.
 Bewertung Daumen

Quizshow – “Wer wird Millionär?”

Folge 1253 am 05.09.16 montags von 20:15 – 22:30 Uhr
Zielgruppe: Familie, Jugendliche, Erwachsene Dauer: 135 Minuten
Kriterien
Studio

+ Modernes Design mit dynamischer Lichttechnik

Publikum

+ aktives Klatschen und Interaktion steigert die Spannung

Konzept

+ Spieler spielt für 1 Millionen Euro

+ Fragen zufallig gewählt über  Wortspielen, Wissensfragen

Musik

+ markant und spannungsaufbauend

Mitspieler

+ Bürger aus ganz Deutschland

Moderator

+ wirkt gebildet und humorvoll

Moderation

– gezwungen witzig und anstrengende Hintergrundstimme

– Günther Jauch wirkt sehr hektisch und spricht ohne Pausen

Unsere Meinung zum Sender
Empfehlung! Der Moderator, die Atmosphäre und die Mitspieler vermitteln eine unglaubliche Spannung. Auch durch die Möglichkeit, dass man als Zuschauer bei den Fragen mit raten kann, ist unterhaltsam.
Bewertung Daumen

Late-Night-Talk – “Stern TV”

Folge 36 am 07.09.2016 mittwochs von 22:15 – 00:00 Uhr
Zielgruppe: Jugendliche und Erwachsene Dauer: 45 Minuten
Kriterien
Einspieler

+ persönliche Videos von den Gästen, was das Thema anschaulich/authentisch macht

Gäste

+ Menschen ohne “Prominenz”, was sehr bodenständig wirkt in der Show

+ beim Talk auch Experten wie CSU-Vorsitzende

Musik

– aggressive Musikwahl am Anfang Atmosphäre

– unruhige Atmosphäre durch das Publikum

Moderator (Steffen Hallaschka)

– geht voreingenommen und subjektiv an das Thema heran

– redet beim Talk in Diskussion rein und unterbricht die Gäste

– wirkt unseriös und uninformiert

Unsere Meinung zum Sender
Daumen runter! Die Sendung bringt zwar interessante Diskussionen auf, jedoch leitet der Moderator nicht neutral die Unterhaltung, sondern diskutiert subjektiv mit. Außerdem unterbricht dieser auch seine Gäste während dem Reden. Die eingeladenen Gäste haben dazu auch keine Zeit sich zu erklären oder ihre Stellung zu veranschaulichen. Dies ist kein gelungenes Podium!
 Bewertung Daumen

Von Hang Vu

Zwei Sender, zehn Sendungen und viel Diskussionsstoff!

ARD und RTL sind in ihrer Branche die beiden Größtanbieter – und alte Hasen im Showgeschäft. Als erstes deutsches gemeinschaftliches Fernsehprogramm der Bundesrepublik Deutschland startete die ARD in den 1950ern mit ihrer Ausstrahlung. Die Etablierung des dualen Rundfunksystems ermöglichte RTL im Jahr 1984 als erster Privatsender neben SAT1 die Übertragung seines Programms. ARD und RTL bieten in ganz Deutschland ein vollwertiges Programm an und das zahlt sich mit einem Zuschaueranteil im Jahr 2015 von 11,6 % für die ARD und 9,9 % für RTL ersichtlich aus (Quelle: AGF, GfK,Z3+). Was macht die beiden Sender eigentlich so attraktiv? Was haben die Konkurrenten zu bieten? In Anlehnung an der vorhergehenden Programmauswertung gibt es hier nun unseren Kurzcheck.

Optisch gesehen stehen RTL und die ARD sich in nichts nach. Adrett gekleidete Nachrichtensprecher erzählen in einem ansprechenden, modernen Studiodesign und in einem möglichst akzentfreien Deutsch, was in der Welt passiert. Diese Gestaltung setzt sich auch in den Quiz- und Talkshows fort, wobei die Unterhaltungssendungen optisch ein Stück mehr auffällig, aber nicht aufdringlich, sind. Das „blaue Design“, charakteristisch für beide Rundfunkanstalten, findet man insbesondere in den eigens produzierten Werbungen für den Sender wieder. Die Gestaltungsarten weichen aber deutlich voneinander ab. Während die ARD eine sehr schlichte, neutrale und fast schon unscheinbare Linie verfolgt, wählt RTL mit Interaktion und Musik eine kolossalere Variante. Eigenvermarktung spielt hier also eine ganz andere Rolle und externe Werbung nimmt zwecks der Finanzierung einen viel größeren Stellenwert ein. Privatsender sind auf die Einnahmen angewiesen, denn sie müssen sich – anders als die öffentlich-rechtlichen – ausschließlich über Werbung finanzieren. Der geringe Werbeanteil bei der ARD ist, wie sich in unserer anschließenden Umfrage gezeigt hat, auch ein wesentlicher Pluspunkt. Sie selbst finanzieren sich über die Rundfunkgebühren und begründen dies mit der zu erfüllenden Grundversorgung und der gesetzlich definierten Unabhängigkeit. Trotzdem dürfen auch sie Werbung zeigen. Ein Punkt, der immer wieder zu Streitigkeiten führt und der ARD gleichzeitig Schranken im ihrem Werbeverhalten setzt. Damit soll einerseits die eben genannte unabhängige Grundversorgung gewährleistet sein, andererseits soll den privaten Sendern das Vorrecht als potenzielle Werbepartner geboten werden. Deshalb darf die ARD nur 20 Minuten in der Stunde Werbung bringen und ab 20 Uhr wird sie komplett aus dem Programm geworfen. Schon hinsichtlich der Werbung lassen sich Schlüsse auf die Zielgruppe ziehen. Denn während die ARD Werbung für Schmerzmittel und die Apothekenumschau über den Bildschirm flimmern lässt, ist bei RTL gefühlt für jede Altersgruppe etwas dabei. Beim Ersten Deutschen Fernsehen spiegelt sich der Fokus auf den älteren Generationen auch häufig im Programm wider. Dabei geht es oft vielmehr um die Struktur und das Thema der Sendungen, die selten die Junggeneration anspricht. Mit steigendem Interesse an ernsthaften Themen, wissenswerten Dokumentationen und insbesondere an den Nachrichten wird die ARD auch für junge Erwachsene attraktiv. Bemühungen hinsichtlich eines kinder- und jugendfreundlichen Programms sind bisher noch nicht erkennbar. Eine Alternative bieten sie mit dem (in Zusammenarbeit mit dem ZDF geführten) Kinderkanal. Das Pendant dazu ist Super RTL, sodass Kinder, die auch beim RTL Programm wenig Berücksichtigung finden, unterhalten werden.

Fernseh aus und raus!

(Quelle: Tekke

Wo sich das Erste aufgrund ihrer zu erfüllenden Bildungsfunktion bestens eignet, den Wissenshorizont zu erweitern, sind etwaige Formate beim RTL selten anzutreffen. RTL ist schlicht weg ein Unterhaltungssender, der seinem Publikum vorallem mit Entertainment, Humor und Witz eine Auszeit vom Alltag gebe möchte und das auch sehr gut hinkriegt. Seriosität ist aber wohl etwas, dass viel eher mit der ARD in Verbindung gebracht wird. Insbesondere bei den Nachrichten ist eine gewisse Glaubwürdigkeit aufgrund von unvollständigen oder wertenden Berichterstattungen teilweise nicht gegeben. Reißerische Reportagen stehen hier einer weitgehend neutralen und objektiven Informationsvermittlung gegenüber. Privatsender arbeiten weitaus mehr mit Emotionalität als die öffentlich-rechtlichen Anstalten. Sie wirken dadurch häufig ein Stück persönlicher und stärker am Leben der Zuschauer orientiert. „Das „Jenke Experiment“, in dem sich der Protagonist in außergewöhnliche Lebenssituationen begibt, ist dafür ein gutes Beispiel. An anderen Stellen schlägt dieses Merkmal in Unseriösität über. Ein schmaler Grat zwischen Distanz und Nähe, der für beide Sender eine Herausforderung darstellt.

In ihrer Programmgestaltung sind ARD und RTL sich sehr ähnlich. Kreativität ist für die Konkurrenten ein Nonplusultra und die Fähigkeit, das Publikum ein ansprechendes Programm zu bieten und sie somit an den Sender zu binden. Kreative Bemühungen spiegeln sich nicht nur in Eigenproduktionen dar, sondern auch unmittelbar im Programmplan. Auch wenn davon wochentags bis in die späten Nachmittagsstunden nicht viel zu spüren ist, werden ab 20.15 Uhr oder am Wochenende die Geschütze aufgefahren. RTL legt wochentags in der Primetime seinen Fokus auf Unterhaltungsshows und bringt neuartige Formate oder Spielfilme am Wochenende. Besonders die Unterhaltungsshows treffen auf großes Interesse beim Publikum (DSDS, diverse Tanzshows) und auch die Quizshow „Wer wird Millionär“ als auch der LateNightTalk „SternTV“ ziehen vielen Zuschauer vor den Fernseher. Die Abendstunden sind auch beim ARD die Sternstunden. Zur Primetime werden gerne melancholisch-ernste über romantisch-heitere bis hin zu packend-spannende Spielfilme wie „Donna Leon – Blutig Steine“ präsentiert. Der LateNightTalk “Inas Nacht” findet trotz der späten Uhrzeit (23:30 Uhr) auch großen Anklang bei den Zuschauern. Das Tagesprogramm ist da bei beiden Sendern eher ermüdend. Das Angebot besteht, die Qualität ist aber wohl eher dürftig bis unspektakulär und gefühlt auch jeden Tag das Gleiche. Das Tagesgeschäft hat aber etwas Unübertreffbares zu bieten: Daily Soaps! Sie erreichen zwar nicht die höchsten Zuschauerquoten, aber dafür die konstantesten und sind für den Sender DAS Mittel zum Zweck, Zuschauer zu halten. Daily Soaps wie „Rote Rosen” (ARD) und „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (RTL) sind die heimlichen Highlights. Hinsichtlich des Inhalts, der Schauspieler und der Formatgestaltung sind hier wieder deutlich die angesprochenen Zielgruppen zu erkennen. Die Handlungen und Situationen sind dabei wohl mehr oder weniger aus dem Leben gegriffen und wirken auch gerne mal inszeniert bis unrealistisch. Das mindert aber die Begeisterung der Zuschauer nicht, die GZSZ bereits seit 1992 und Rote Rosen seit 2006 mitverfolgen können. Innovationen und neue Ideen sind im Tagesprogramm jedoch ansonsten kaum zu spüren und Vielfalt ein Fremdwort. Auch wenn es logisch erscheint, das Beste zur Primetime auszustrahlen, da viele Leute hier zum ersten Mal am Tag den Fernseher einschalten, wäre ein variierendes Programm über den Tag auch nicht schlecht. Dabei soll nicht die Routine, die beispielsweise die Daily Soaps vermitteln, verloren gehen, als vielmehr die Lust am Fernseh schauen gesteigert werden. Die beiden Klischees „ARD ist nur für Alte“ und „RTL ist AssiTV“ können bestätigt als auch widerlegt werden. Keiner der beiden Sender ist perfekt konzipiert. Keiner der beiden wird es auch je sein, denn die Ansprüche eines jeden Zuschauers variieren einfach zu stark, als dass je alle Wünsche erfüllt werden könnten. Wir leben in einer Zeit, in der jeder Haushalt durchschnittlich 74 Fernsehsender empfangen kann (Quelle: AGF,GfK). Es scheint spielend leicht sich seine Favoriten herauszupicken und davon wieder das Beste herauszufiltern. Warum nutzen wir also nicht die Auswahl, die sich uns bietet?

Von Justine Gerlach

 

Was macht die Jugend an?

Auch eure Meinungen haben uns interessiert!  Um nicht nur unsere eigenen Ansichten zu präsentieren, mischten wir uns unter das junge Volk Dresdens und fragen nach: Was macht euch an? Was macht ihr an?

 

Von Hang Vu

Überraschung: Die ARD sichert sich die Goldmedaille! Auch wenn wir es selbst nicht geglaubt hätten, seid ihr große Anhänger vom Ersten Deutschen Fernsehen! Die Hauptgründe? Keine Werbung und niveauvolle Sendungen! RTL auf dem zweiten Platz sorgt auch für gute Unterhaltung, besonders um mal “abzuschalten”, ist unter den Befragten aber nicht versiert genug. Das Witzige daran: Kaum einer der Befragten zwischen 16-32 Jahren verbringt seine Zeit vor dem Fernseher. Streaming ist die neue Art und Weise sich nur das Beste aus dem TV-Programm herauszupicken. Ein subjektiven, aber sehr wissenswerten Blogeintrag – genau das war unser Ziel! Und für alle, die vor lauter Streaming eigentlich gar nicht mehr so richtig wissen, was im Fernsehen so läuft, kann unsere Programmbewertung und kleine (wenn auch vielleicht nicht repräsentativ) Straßenumfrage aufschlussreich sein.

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