Biete Sorgen, Suche Glück Teil 3 – Nightline in Nighttime

Sorgenfresser

Sie machen uns traurig, depressiv und schotten uns von der Außenwelt ab – unsere Sorgen. Nach einer Woche Ruhe kommt heute der dritte Teil zum Thema Studentenhilfe „Biete Sorgen, Suche Glück“. Die Anlaufstelle für den Studentenkummer, die ich euch heute vorstelle, ist der Nightline Dresden e.V.

Bei Nightline handelt es sich um ein Zuhörtelefon mit Studierenden als Ansprechpartner. Zu erreichen ist der gemeinnützige Verein genau dann, wenn man die meiste Zeit zum Grübeln hat – in den Nachtstunden.

Die Studierenden haben es sich zur Aufgabe gemacht für andere Studierende und ihre Sorgen ein offenes Ohr zu haben. Egal ob Liebeskummer, Prüfungsangst oder das Bedürfnis einfach mal mit jemanden zu reden – die Mitarbeiter von Nightline sind für euch da.

Dafür absolvieren die ehrenamtlichen Nightliner und Nightlinerinnen eine mehrtägige Schulung in den Grundlagen der Gesprächsführung, um jedem Anrufer bestmöglich helfen zu können. Sie versuchen gemeinsam mit euch eine Lösung für eure Probleme zu finden oder sprechen euch einfach mal Mut zu. Manchmal wirken ein paar bestärkende Worte wahre Wunder und man kann aus ihnen neue Kraft schöpfen. Bei ihrer Hilfe richten sich die Mitarbeiter von Nightline nach ganz bestimmten Prinzipien, um jedem Anrufer gerecht zu werden.

Nur du weißt, wer du bist

Es ist wohl mit einer der wichtigsten Punkte, wenn man seine Ängste und Sorgen mit Fremden teilt – die Anonymität der eigenen Person. Ihr braucht keine Angst haben, dass euch beim Telefonat jemand erkennt, denn alle Gespräche verlaufen anonym. Sowohl ihr als auch die Person am anderen Ende der Schnur braucht nicht seinen Namen zu nennen. Ihr könnt also ganz ungezwungen miteinander sprechen, ohne Angst erkannt zu werden.

Wie beim Arzt – alles bleibt geheim

Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Nightline unterliegen einer Schweigepflicht. Ihr braucht also keine Bedenken haben, dass eure Sorgen und Probleme an Dritte weitergegeben werden. Meiner Meinung nach ist das ein extrem wichtiger Aspekt, um Vertrauen in sein Gegenüber aufbauen und sich ganz frei alles von der Seele reden zu können. Das bedeutet:  alles, was ihr am Telefon über euch und eure Ängste Preis gebt, wird vertraulich behandelt und bleibt ein Geheimnis zwischen euch und dem Nightline-Helfer.

Vorurteile? Gibt’s nicht! Dafür Hilfe auf Augenhöhe

Es gibt keinen Grund zur Sorge, von der Person am anderen Ende des Telefons, verurteilt zu werden. Die Mitarbeiter von Nightline Dresden sehen sich in der Pflicht jedes Gespräch unvoreingenommen zu führen und eure Aussagen nicht zu werten. Es ist also nicht nötig sich für seine Probleme zu schämen. Seid mutig und erzählt alles was euch auf dem Herzen liegt, nur so lässt sich am Ende gemeinsam eine Lösung finden.

Wer bei Nightline anruft, darf nicht in der Erwartung sein, ein Gespräch mit professionell ausgebildeten Psychologen zu führen. Bei den Mitarbeitern handelt es sich um ehrenamtliche Studierende. Sie werden zwar in einer mehrtägigen Schulung ausgebildet, verbitten sich aber den Anspruch auf Professionalität. Ein besonderer Vorteil meiner Ansicht nach, denn wer versteht Studierende besser als andere Studierende. Kann aber jemanden mal nicht geholfen werden, besteht die Möglichkeit an eine professionelle Beratungsstelle weitergeleitet zu werden. Dieser Schritt erfolgt jedoch nur nach eurem Wunsch und mit eurem Einverständnis.

Das war das Was, aber was ist das Wie?

Verspürt ihr mal das Verlangen mit jemanden von Nighline zu sprechen, erreicht ihr die Mitarbeiter während der Vorlesungszeit immer dienstags, donnerstags und sonntags zwischen 21 und 24 Uhr.

Dabei bleiben euch drei Optionen offen, Kontakt mit ihnen aufzunehmen. Der schnellste Weg ist euch euer Telefon zu schnappen und einfach bei Nightline anzurufen. Die Nummer hierzu findet ihr auf deren Website unter https://nightline-dresden.de/. Die Alternative hierzu wäre ein Skype-Telefonat. Auf der Homepage erfahrt ihr, wie das auch anonym geht.

Die dritte Möglichkeit wäre der Email-Kontakt mit dem Nightline-Team. Das ist anders als beim Telefonat oder per Skype jederzeit möglich. Hierfür könnt ihr euch ein anonymes Benutzerkonto mit ausgedachtem Benutzernamen und Passwort anlegen, sodass es keine Rückschlüsse auf euch zulässt. Darüber könnt ihr eure Emails versenden und erhaltet  innerhalb von 1-2 Diensten eine Antwort.

Denkt daran: In Schriftform lassen sich Gefühle meist schlecht verdeutlichen. Mein Rat darum: Greift bei sehr emotionalen Themen lieber zum Telefon. Die Nightliner/innen könnten euch ansonsten missverstehen und euch dann möglicherweise keine hilfreiche Antwort geben.

Mut zur Hilfe

Man wünscht niemandem so schlimme Ängste und Sorgen, dass die Inanspruchnahme von Kummerstellen oder gar einem Psychologen notwendig ist. Aber mittlerweile sind Stress und Depressionen gängige Begleiterscheinungen des Studiums. Wie schon im ersten Teil meiner Reihe „Studentenhilfe“ erwähnt, entwickelt mehr als jeder 5. Student psychische Probleme (Gesundheitsreport 2015 der TK). Auch wenn diese Zahl erst einmal schockiert, zeigt sie doch aber, es ist kein Problem eines Einzelnen, sondern der breiten Massen. Es gibt also keinen Grund sich zu verstecken, denn ihr seid nicht allein. Umso wichtiger finde ich die Rolle von Organisationen wie Nightline Dresden e.V, die es sich zur Aufgabe gemacht haben der Statistik entgegenzuwirken und Studenten zu helfen.

Für mich sind die ehrenamtlichen Helfer von Nightline ein bewundernswerter Beweis dafür, wie tief, in den meisten von uns, das Bedürfnis zum Helfen verankert ist. Es lässt einen abends womöglich etwas aufgewühlt, aber mit Sicherheit auch glücklicher einschlafen, wenn man jemandem wirklich helfen konnte. Und ist das nicht ein erstrebenswertes Ziel?

Kontext: Ich bin Student und schreibe einen Blog für Studenten. Jeden Monat widme ich mich dabei einem neuen Thema, welches für Studenten (insbesondere auch neue Studenten) relevant sein könnte. In diesem Monat beschäftige ich mich mit den Seelsorgeangeboten für Studenten in Dresden.  Dieser Themenkomplex besteht aus 4 Beiträgen (pro Woche eine Organisation), wovon ich oben den dritten präsentiere. So erhalten meine Leser einen allgemeinen Überblick über die Hilfestellen in Dresden und können sich bei Bedarf die passende Organisation raussuchen, ohne lange im Internet suchen zu müssen. Oft sollen meine Beiträge eine Informationsfunktion ausüben, da mein Blog als Ratgeber für Studenten dient.

Quellen:

https://www.tk.de/tk/broschueren-und-mehr/studien-und-auswertungen/gesundheitsreport-2015/718618

https://nightline-dresden.de/

https://www.youtube.com/watch?v=6jIzUF9Np1U

https://www.studentenwerk-dresden.de/wirueberuns/spiegel-ei-artikel-1342.html

https://pixabay.com/p-705179/?no_redirect

Von Lorraine Hofmann

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